AUA verlangt Extra-Gebühr bei Zahlung mit Kreditkarte

Vor kurzem wurde bekannt, dass die Austrian Airlines (Airline-Kürzel OS) bereits in wenigen Wochen Gebühren für die Bezahlung der Flugkarte per Kreditkarte fordern wird. Damit folgt sie einem Beispiel der Muttergesellschaft, der Deutschen Lufthansa. Der Kunde wird dabei in drei Preisstufen zur Kasse gebeten: 5 Euro für Inlandsflüge, 8 Euro für Europaflüge und 18 Euro für Langstrecken. Der Unmut der Passagiere und insbesondere der Vielflieger ist berechtigt, denn die Austrian Airlines höhlt damit den Markenkern weiter aus.

Keine Full Service Airline ohne versteckten Kosten mehr
Der große Vorteil der Austrian Airlines gegenüber Ryanair & Co. war bisher eine ehrliche, transparente Preisstruktur. Es gab keine verdeckten Kosten für Einchecken am Flughafen, keine Gebühren für das erste Gepäckstück und selbst in der Economy Class waren die meisten Getränke umsonst. Insofern ist die Einführung der neuen Kreditkartengebühr eine erhebliche Beschädigung des Markenkerns. Erstmals werden hier für eigentlich selbstverständliche Leistungen Zusatzbeiträge fällig. Dies hinterlässt umso mehr einen bitteren Beigeschmack, da die Lufthansa Gruppe massiv in den Kreditkartenmarkt einzusteigen versucht und beispielsweise in Deutschland die eigene Kreditkarte massiv bewirbt. Insofern ist das Verhalten nicht nur schädlich für die Marke, sondern irgendwie auch schizophren. Dies wiegt umso schwerer, als insbesondere die Business Klasse Kunden gerade erst die Einführung eines neuen Produktes auf den europäischen Strecken miterleben mussten. Die Flugzeuge der Austrian Airlines wurden hier auf einen geringeren Sitzabstand umgestellt und auch die Garderoben und Küchen wurden verkleinert. Besonders deutlich wird dies beim Airbus A321, der mit seinen inzwischen 200 Sitzplätzen fast schon einen Sitzabstand wie bei Charterunternehmen aufweist.

Die Erhebung der Gebühren ist ein Fehler
Deshalb wird die Erhebung der neuen Kreditkartengebühren sicher auf Unverständnis stoßen. Engere Sitze und eine verdeckte Preiserhöhung hinterlassen doch einen gemischten Beigeschmack. Viel besser wäre es dagegen gewesen, einige sehr knapp und güntig kalkulierte „Red tickets“ im Preis anzuheben und ansonsten der Philosphie einer Linienfluggesellschaft treu zu bleiben. Österreichische Gastlichkeit ganz ohne versteckte Zuzahlungen – dies wäre der Weg zum Erfolg.

Zu dem verringerten Sitzabstand

  • http://www.austrian.com/Info/Flightinformation/OurFleet/Airbus%20321-111.aspx?sc_lang=de&cc=DE (neue Sitzteiler)
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